Paramente

Paramente sind Ausdruck der Bereitung, der Einstimmung.
Durch Paramente werden die im Gottesdienst Handelnden
und bestimmte Orte im Kirchenraum markiert.
Mit der Stola handeln Pastorin und Pastor an Taufstein oder Altar.

Paramente sind nicht Dekoration, nicht eine Art gut gemeinte
"Verhübschung", sondern sollen sich als Komponente im Raum erweisen, als gottesdienstliches Element, als Ausdruck der Kunst, Gott zu feiern. 

Gute Paramente sind auf den Raum bezogen,
stehen in geistreicher Spannung zu ihm. Maße,
Proportionen wie Lichtverhältnisse spielen eine Rolle.
Paramente sind Textilien. Und Textilien sind Texte, die gelesen werden.
Pastor Volker Dobers, Lüchow

Altartücher

Altardecken: Tuch aus reinem Leinen in verschiedenen Formen.
       Läufer mit seitlichem Überhang
       Decke mit vorderem und seitlichen Überhang
       Decke in Form der Altarplatte       

Ob mit einfachem Saum oder Schmuck in Stickerei oder Weberei sowie Hohlsaum, ist variabel.    

Vespertuch: Tuch aus reinem Leinen. Es bedeckt die Altardecke auf der Altarplatte und schützt diese vor Verschmutzungen wie Kerzenwachs, Rotweinflecken und Blütenstaub. Da dieses Tuch in schlichter Ausführung gearbeitet ist, kann es ohne Probleme öfter gewaschen werden.

Corporale: Tuch aus reinem Leinen, auf dem die Abendmahlsgeräte stehen.

Kelchtuch: (Purifikatorium) Tuch zum Reinigen des Abendmahlkelches.

Palla: Ein steifer "Deckel" aus Leinen, zum Abdecken des Kelchs während des Gottesdienstes.

Velum: Tuch aus Schleierleinen, bedeckt die Abendmahlsgeräte.

 

   

Antependien

Gesticktes Antependium, Kirche Groß Poserin
Gesticktes Antependium, Kirche Groß Poserin

"Das Davorhängende" - Behang in der jeweiligen liturgischen Farbe, der an der Vorderseite des Altars angebracht wird. Der Behang kann verschiedene Formen und Größen haben.

 

 

Pultbehang: Behang in der jeweiligen liturgischen Farbe für Kanzel und/oder Lesepult, einzeln oder zum Altarantependium passend.

 

 

 

Wand- und Raumgestaltungen / Textile Objekte

Durch Wandbehänge und Raumgestaltungen können Räume in ihrem Charakter unterstützt oder verändert werden. Textile Objekte können Paramente - im weitesten Sinne - auf eine andere Weise im Raum erlebbar werden lassen. Sie sind in liturgischer und freier Farbgestaltung. Sie befinden sich unabhängig vom Altar im Raum.

 

 

 

Handgewebte Stola in Grün
Handgewebte Stola in Grün

Beffchen und Stolen

Beffchen: niederländisch: Beffje = kleiner Kragen
aus Leinen oder Leinen-Baumwollgemisch in verschiedenen Formen, je nach Landeskirche

Wir bieten an: Lutherische Form.

Stola: Zum weißen Talar (Albe) wird eine Stola in einer
liturgischen Farbe getragen.
Wir bieten verschiedene Formen, Materialien und Techniken an.
Die Länge richtet sich nach der Größe der Trägerin / des Trägers.

 

 

 

 

Liturgische Farben

Weißes Antependium, gestickt für die Kirche in Elmenhorst.
Weißes Antependium, wurde gestickt für die Kirche in Elmenhorst. Entwurf: Paramentenwerkstatt ©

In der frühen Christenheit, schon im 4. Jahrhundert, war die in der Kirche herrschende Farbe das Weiß. Im 9. Jahrhundert wurden erste Spuren liturgischer Farben gefunden. Seit 1200 ist eine feste liturgische Farbenordnung nachweisbar, die gegenüber unserer heutigen nur wenige Veränderungen aufweist. Einzelne Farben haben im kirchlichen Leben eine besondere Bedeutung.

Weiß
Farbe der Unschuld der reinheit, des ungebrochenen Lichtes, der absoluten Wahrheit. Farbe der Christusfeste (Weihnachten, Ostern)

 

 

 

Rotes Antependium, gestickt für die Kirche in Elmenhorst
Rotes Antependium, gestickt für die Kirche in Elmenhorst

Rot
Farbe der Liebe, des Blutes, des Feuers, der Begeisterung, der Liebesgewalt des Heiligen Geistes und der Märtyrer des Glaubens.
Farbe der Kirchefeste (Pfingsten, Kirchweih, Reformationstag)

 

 

 

 

 

 

Grünes Antependium, gestickt für die Kirche in Elmenhorst
Grünes Antependium, gestickt für die Kirche in Elmenhorst

Grün
Farbe des Wachstums, der Hoffnung, der Auferstehungshoffnung,
der keimenden und wachsenden Saat.
Farbe der festlosen Zeiten im Kirchenjahr
(Trinitatis, Epiphanias)

 

 

 

 

 

 

Antependium für die Kirche in Elmenhorst
Violettes Antependium, gestickt für die Kirche in Elmenhorst

Violett
Farbe der Besonnenheit, des Gleichgewichtes zwischen
Himmel und Erde. Violett ist die Farbe der Vorbereitungszeiten
(Passion und Advent)

 

 

 

 

 

 

Antependium für die Kirche St. Matthäi in Lübeck. Entwurf: Paramentenwerkstatt
Antependium für die Kirche St. Matthäi in Lübeck

Rosa
Mischung aus weiß und rot
für Sonntag Lätere (kleines Ostern)

 

 

 

 

 

 

 

Das Kirchenjahr

Der Begriff Kirchenjahr wurde erstmals vermutlich 1589 gebraucht.
Im wiedreholenden Rhythmus werden die großen Festzeiten und einzelne besondere Wochentage gefeiert und wahrgenommen.

Kirchenjahr

Das Kirchenjahr gliedert sich in festliche Hälfte (semestre domoini - Halbjahr des Herrn) und die festlose Hälfte (semestre ecclesiae - Halbjahr der Kirche).
Der Ablauf des Kirchenjahres spiegelt sich in den liturgischen Farben wieder, nach einer bestimmten Ordnung , mit symbolhafter Bedeutung.
Jeder Sonntag im Kirchenjahr ist gekennzeichnet
durch ein bestimmtes Thema, das sich in den Texten und Liedern
des Gottesdienstes niederschlägt. Jeder Sonntag hat eine
zum Thema passende Farbe, die den Inhalt unterstützt.

Das Kirchenjahr steht in vielfacher Weise in einer merkwürdigen Spannung.
Es stellt eine Verbindung zwischen den biblischen Ereignissen in ihrer Zeit und unserer Lebenszeit her. Das Kirchenjahr projiziert Ereignisse eines Zeit-
raumes von vielen Jahren auf ein Jahr und stellt sie
in ein symbolisches Bezugsverhältnis, eine Art
symbolisches Zeichensystem.

Wir stehen im Kirchenjahr in einem spannenden Feld von Chronologie und Gegenwärtigkeit, zwischen Erinnern und Erleben.

Symbole

Das Wort "Symbol" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Zusammengeworfenes".
Früher gab es Amulette, die aus zwei Teilen bestanden, von zwei Persone getragen wurden und erst beim Zusammmenfügen ein Ganzes ergaben.
Dies ist im übertragenen Sinne mit "Symbol" gemeint: Das Zusammentreffen eines sichtbaren Zeichens
mit einem unsichtbaren Sinngehalt.

Violettes Parament

Ein Pelikan, der sich die Brust aufreißt und mit seinem Blut seine Jungen ernährt. Der Pelikan steht für  Jesus Christus, der sich kreuzigen ließ für uns Menschen.
Dieses Symbol finden wir auf vielen violetten Paramenten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Paramentik von heute versucht mit der Verwendung von Symbolen vorsichtig umzugehen. Die Sehgewohnheiten der Menschen haben sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert und das Hintergrundwissen für christliche Symbole fehlt heute oft. In früheren Zeiten waren Symbole eine Art Bildersprache. Man kannte ihre Bedeutung und konnte daraus viel mehr ablesen als heute.

Heute haben ganz andere Symbole eine große, allgemeinverständliche Bedeutung, nicht zuletzt wegen der unentwegt auf uns einströmenden Bilderflut. Die Werbung macht sich die Wirkung von sichtbarem Sinngehalt zunutze.

Auch in der Kirche selbst sind Gebrauch und Verständnis von Symbolen eher zurückgegangen. Das gesprochene oder geschriebene Wort hat die Stelle der Glaubensvermittlung inne. Unsere Sinne sind geschärft, um zu denken und zuzuhören. Die Fähigkeit, Gesehenes aufzunehmen und wirken zu lassen,
die Gefühle sprechen zu lassen ohne sofortige logische Erklärung, ist in
unserer Kirche nicht sehr ausgeprägt.

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