136 Jahre kirchliche Textilkunst

- Baronin Martha von Maltzan
Baronin Martha von Maltzan gründete zu Ostern 1876 den Mecklenburgischen Paramentenverein. In diesem Verein waren begüterte Damen des Landes versammelt.
Sie alle verband aus einer tiefen Religiosität heraus der Wunsch, die gottesdienstlichen Räume, besonders die Altäre der evangelischen Kirchen zu schmücken. In dieser Zeit wurden sehr feine Stickarbeiten in Seide, Gold und Silber auf wertvollen Damast -und Samtgeweben gefertigt. Professor Eugen Beck aus Herrrnhut lieferte dem Verein Entwürfe für Antependien und Pultbehänge mit genauen schriftlichen Anweisungen zur Ausführung.

- Weißes Parament, gestickt
1907 holte Frau Oberin Ina Gräfin von Bassewitz den Verein als feststehende Werkstatt in das Diakonissenmutterhaus Stift Bethlehem nach Ludwigslust.
Er bekam Räumlichkeiten und eine leitende Schwester, die wiederum andere fachgerecht anlernte bzw. ausbildete.
Ein starker Einfluss von Prof. Rudolf Koch (Offenbacher Schrift- und Zeichenkünstler) war in den Arbeiten der Werkstatt deutlich zu sehen.
Die Grundstoffe wurden selbst gewebt, man verwendete handgesponnenes Leinen und Schafwolle.

- Entwurf von H. Bartholomäus
In den 60-er Jahren arbeitete die Werkstatt eng mit dem Ludwigsluster Künstler Herbert Bartholomäus zusammen.
Über Jahre hinweg wurde die Werkstatt von Diakonissen, die beim Spinnen, Sticken und Weben halfen unterstützt.
Durch die politische Wende wurde es 1990 möglich, der Marienberger Vereinigung für evangelische Paramentik e.V. wieder beizutreten.
Eine Ausstellung zu 136 Jahre Paramentenarbeit in Mecklenburg kann ausgeliehen werden. Die Ausstellung befindet sich auf 8 leichten Tafeln in der Größe 60 x 82.